Jugendliche stehen vor dem Fachwerkhaus in der Wolperstraße und fotografieren es, denn aufsehenerregend sind die zwei handgeschriebenen Banner schon. „Ich möchte leben. Ich möchte, dass kleine Kinderfüße wieder über meinen Boden laufen, dass Familien in mir Feste feiern und sich tagein tagaus die Türen für Besucher öffnen…“ da entsteht durchaus ein Mitgefühl für das Einzeldenkmal von 1573. Da nun schon Mitgefühl für das alte Fachwerkhaus entstanden ist, braucht es auch einen Namen und den hat es auch bekommen – wir nennen es liebevoll WolpeterHaus.

Um das WolpeterHaus in den Fokus von Bürgern und Passanten zu rücken, haben wir Einbecker Denkmalpaten am Deutschen Fachwerktag 2017 einen Tag der offenen „Kul-Tür“ veranstaltet und uns sehr über viele Besucher gefreut, die von den großen Innenräumen und vor allem auch vom riesigen Dachstuhl des Hauses reihenweise beeindruckt waren.

Der Einladung, sich im WolpeterHaus von Kultur, Kunst und natürlich Architektur begeistern zu lassen, sind zahlreiche Interessierte gefolgt. Es gab einiges zu erleben: Ob der Lehm-Infostand von Lehmbau Peter Leibsle, die herzliche musikalische Begleitung durch Malermeister Zieseniß oder die beeindruckend im offenen Fachwerk wirkende Ausstellung großformatige Kunstdrucke von Fachwerkjuwelen der Fotofreunde Osterode. 

Insgesamt drei Wandergesellen konnten durch die Einbecker Denkmalpaten dafür begeistert werden, nach Einbeck anzureisen, um uns dabei zu helfen, als erste Baumaßnahme einen stabilen Fußboden im 1. Stock einzubauen. Der wandernde Tischlergeselle Robert war auch sehr erfolgreich dabei, für die Baustelle Bauholz, Fußbodenplatten, Montagematerial und Werkzeug bei hiesigen Handwerksbetrieben und Sägewerken zu beschaffen. „Das Projekt zielt auf den Erhalt des wertvollen Fachwerkerbes der Stadt Einbeck ab und wird auf breiter Ebene gerne unterstützt“, so der Wandergeselle.

Das jahrelange, sehnende Warten des verlassenen Fachwerkhauses auf seinen Dornröschen-Kuss hat zunächst einmal ein Ende. Die Zukunfts-Skizzen für das alte Fachwerkhaus, das zum reichen Fachwerkerbe der Stadt Einbeck gehört, nehmen Formen an.