Es war ein „Großeinsatz“ von Angestellten und Beamten des Polizeikommissariates Einbeck, der jüngst im Einbecker WolpeterHaus stattgefunden hat. Getarnt als ein Betriebsausflug untersuchten rund 15 Einbecker Beamte das geschichtsträchtige alte Fachwerkhaus in der Wolperstraße 23. Nachdem die tatverdächtige Denkmalpatin Patricia M. Keil im Erdgeschoss des Hauses auf Geheiß laut und deutlich Auszüge der Polizeiordnung aus dem Jahr 1573 verlesen hatte, welche u.a. besagt, dass man nicht länger als drei Tage lang eine Hochzeit zu feiern hat, seinen Bürgersteig spätestens am dritten Tag vom Unrat befreien soll und wie viel Strafgeld auf das Trinken fremden Bieres zu zahlen sei, teilte sich die Einsatztruppe in zwei Gruppen auf. In dieser Formation ließen sich die Beamten durch das ganze Haus führen. Die Bauspuren aus den vergangenen Jahrhunderten verdeutlichen sehr klar die unterschiedlichen Bedarfe der Familien, die dereinst im Haus lebten. Im 1. Stock wurde dann schnell eine legale Dauerausstellung der Färberfamilie Wittram entdeckt. Auch konnte man schnell der eigentlichen Projektidee des Wolpeterhauses auf die Schliche kommen. In diesem Haus hat sich eine Zelle von Denkmalpaten etabliert, die offensichtlich zum Ziel hat, dem Verfall von historisch wertvollen Einzeldenkmälern ein Ende zu bereiten. Als klar wurde, dass in diesem Haus konstruktive Kräfte völlig legal gesellschaftliche Werte erhalten, schlossen sich die Polizisten dem Schaffen im Haus sogleich mit Begeisterung an. In einem zukunftsweisenden Einsatz, an dem alle Beamten teilnahmen, wurden mit Hände Arbeit Lehmstein für den Wiederaufbau dieses besonderen Fachwerkhauses hergestellt. Ein wichtiges Stück Einbecker Geschichte wurde an diesem Nachmittag untersucht. Ermittlungsergebnis: Ein Fachwerkhaus hat großen Wert, wird erfreulicher Weise aber selten geklaut.